Mehlwürmer - Die neue Recycling-Wunderwaffe?
- Kilian Tschupp
- 16. März 2016
- 1 Min. Lesezeit
Können uns in naher Zukunft Mehlwürmer vor einer der beständigsten Gefahren unserer Konsumgesellschaft bewahren?
Forscher der Stanford University haben herausgefunden, dass Mehlwürmer in der Lage sind Styropor Umweltfreundlich abzubauen. Die Studie ergab, dass der Verdauungstrakt der Mehlwürmer ein Enzym enthält, welches fähig ist das Material vollständig abzubauen. Die Forscher erhoffen sich vor allem in dicht besiedelten Gebieten einen schnellen Abbau von Plastikmüll, um den überhäuften Müllhalden entgegenzuwirken.
Eine augenblicklich entstehende Frage ist, ob die Lebensqualität der Mehlwürmer unter dieser Ernährung leidet, konnte durch eine Vergleichspopulation ausgeschlossen werden. Die Materialien werden von den Insekten innerhalb von 24 Stunden in CO2 umgewandelt. Dies deutet eine zusätzliche Belastung für die Umwelt an, was aber nicht der Fall ist, weil die Mehlwürmer bei ihrer gewöhnlichen Verdauung ebenfalls die ungefähr gleiche CO2 Belastung ausstossen würden. Die Forschungen werden momentan noch ausgeweitet und es wird versucht, die einzelnen Verdauungsprozesse des Mehlwurms besser zu verstehen. Die Enzyme, die für den Abbau des Styropors verantwortlich sind, sollen zusätzlich genauer erforscht werden. Ob es in naher Zukunft möglich sein wird, diese Enzyme zu synthetisieren, kann der leitende Professor für Umweltingenieurwesen in Stanford, Craig Criddle aber noch nicht beantworten.
Auch wenn dies ein vielversprechender Ansatz ist, wird die Müllbelastung bei stetiger Zunahme der Bevölkerung weiterhin steigen. Deshalb denke ich, dass unsere Priorität in erster Linie auf der Vermeidung von zusätzlichem Müll liegen sollte. Wenn man aber bedenkt, dass auch der Verzehr von Insekten in unserer Bevölkerung immer plausibler wird, könnte diese neue Wunderwaffe einen neuen und umfassenden Lösungsansatz darstellen.
