Energiewende mit Smart-Grid
- Nils Kohler
- 13. Mai 2016
- 2 Min. Lesezeit

Die Strommarktliberalisierung steht vor der Tür und die grossen Schweizer Stromkonzerne stecken in einer Krise. Alpiq, Axpo und einige andere, legen aktuell für jedes verkaufte KWh Atomstrom noch einige Rappen obendrauf. Die Krise ist symptomatisch für den Umbruch der vor sich geht. Nicht nur die Liberalisierung des Strommarktes stellt die Unternehmen vor Herausforderungen, sondern auch die bevorstehende Energiewende.
Das Stromnetz hat in den letzten Jahren eine neue Situation kennengelernt. Während vor 20 Jahren nur Konzerne Strom produziert haben, sind es heute auch private Haushalte die in das Netz einspeisen. Dieses wird folglich interaktiv und schwieriger zu bewirtschaften. Dazu kommt, dass die Infrastruktur der Schweiz nicht das Neueste ist. Jedoch muss es unbedingt auf die künftigen Herausforderungen vorbereitet werden. Der zusätzliche Gegenverkehr durch private Photovoltaikanlagen soll gemäss der bundesrätlichen Energiestrategie in den nächsten 35 Jahren etwa 10'000 GWh erzeugen.
Wer nun denkt es wäre eine simple Lösung einfach das Stromnetz auszubauen, der hat die Rechnung ohne das Schweizer Volk und seine Rechte gemacht. Bis ein neues Netzprojekt umgesetzt wird, geht es aufgrund zahlreicher Einsprachen der betroffenen Parteien regelmässig 20 bis 30 Jahre. Auch Finanziell ist der Aufwand immens.So wird von Investitionen um die 25 Milliarden gesprochen.
Die Smart-Grid-Lösung würde sich dabei als Retter präsentieren. Wie bereits erläutert wird in Zukunft der Strom aus vielen kleineren Kraftwerken gewonnen werden, wie zum Beispiel aus Windanlagen oder Solaranlagen. Zudem werden Gebäude selber Strom verbrauchen und auch produzieren. Smart-Grids versucht nun Daten über den Verbrauch und die Erzeugung der einzelnen Teilnehmer zu sammeln. Ist es zum Beispiel im Süden der Schweiz sehr sonnig und es wird viel Strom produziert, kann dieser an den Ort geleitet werden, wo er demnächst benötigt wird. Dank der Datensammlung weiss Smart-Grids, dass beispielsweise die Stadt Bern um 17 Uhr einen grossen Stromverbrauch hat. Man kann dies auch mit einem kleineren Zusammenhang erklären. Wenn die Windräder viel Strom produzieren, sinkt der Preis. Der Unternehmer sieht dies auf seinem Computer und kühlt seine Kühlhalle tiefer runter. So kann er auf Vorrat Kälte produzieren. Was im ersten Moment danach klingt, als hätte nur der Konsument die Vorteile, ist falsch. Diese Technik hilft auch dem Stromproduzenten, da die Technologie den Stromschwankungen entgegenwirken kann, da das Netz gleichmässiger ausgelastet wird.
Wer mehr darüber wissen will, kann sich folgendes Video dazu anschauen: