Hors Sol im Trend – Tomatenproduktion ohne Erde
- Ramona Glauser
- 24. Mai 2017
- 2 Min. Lesezeit
In den Gemüseabteilungen der Supermärkte und auf den Marktständen nehmen sie seit Mai wieder einen prominenten Platz ein. Rote und gelbe, grosse und kleine – die Auswahl ist gross. Die Rede ist von den Tomaten, der zweit beliebtesten Gemüsesorte der Schweizerinnen und Schweizer. Jeder Schweizer isst rund 6.93 kg Tomaten im Jahr. Fast die Hälfte der aus der Schweiz stammenden Tomaten wird nicht auf herkömmliche Weise (in der Erde) produziert, sondern mit der sogenannten Hors Sol Methode. Doch wie genau funktioniert diese Methode und welche Vor- und Nachteile bringt sie mit sich in Bezug auf Ökologie und Geschmack?

Hors Sol Tomaten werden im Gewächshaus produziert. Die Tomatensetzlinge werden in Kokosfasern eingepflanzt und erhalten durch einen Schlauch Wasser und Nährstoffe. Zusätzlich wird eine weisse Folie zum Schutz über die Tomaten gespannt.
Der Anbau von Hors Sol Gemüse (am geeignetsten sind Tomaten und Gurken) hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Im Jahr 2015 wurden auf rund 100 Hektaren, was einer Fläche von über 140‘000 Fussballfeldern entspricht, Hors Sol Tomaten angebaut.

Die obengenannte Produktionsweise bringt folgende Vor- und Nachteile mit sich:

Hors Sol bringt zwar einige Vorteile mit sich. Die energietechnischen Nachteile sind jedoch nicht zu vernachlässigen. Bis jetzt fehlen ausreichende Studien zu Geschmacks- und Vitaminunterschieden im Vergleich zu herkömmlich produziertem Gemüse. Es ist nicht genau erwiesen, ob die Hors Sol Produktion, in Bezug auf diese beiden Kriterien, besser oder schlechter ist als die herkömmliche Produktion. Klar ist hingegen, dass Tomaten aus Freilandproduktion oder unbeheizten Gewächshäusern aber am klimafreundlichsten sind. In der Regel sind diese von Juli bis Mitte September erhältlich.
Wer ab jetzt auf Hors Sol Gemüse verzichten will, fragt sich vielleicht, wie man Hors Sol Tomaten beim Kauf unterscheiden kann. Leider ist dies nicht mehr zweifelsfrei möglich. Seit Januar 2017 deklarieren die zwei Grossverteiler Coop und Migros nämlich nicht mehr, welche Tomaten aus dieser Produktion ohne Erde stammen. Den Konsumenten wird damit die Wahlmöglichkeit genommen sich bewusst für ein oder das andere Produkt zu entscheiden.
Quellen:
http://www.gemuese.ch/Statistik
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/land-forstwirtschaft/ernaehrung.assetdetail.1241700.html
https://www.beobachter.ch/natur/natuerlich-leben/lebensmittel-ernaehrung/artikel/umweltbewusst-konsumieren_geniesser-koennen-warten
https://der-umrechner.de/flaechen/ha-hektar-in-fussballfeld/100/
http://www.gemuese.ch/Gemuse/Saisonalitat-Regionalitat/Gemusekonsum
https://www.ktipp.ch/artikel/d/migros-und-coop-deklarieren-hors-sol-nicht-mehr/
https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/themen/umwelt-und-verkehr/schweizer-tomaten-die-nie-erde-gesehen-haben